Am 13. Oktober 2011 schrieb ein Bauherr ins Forum von energiesparhaus.at, aus dem Technikraum seiner neuen Wärmepumpenheizung dringe ein monotones, dumpfes Brummen durchs Haus. Im Obergeschoss sei es klar zu hören, nachts so deutlich, dass er es als laut empfinde. Er verglich es mit einem Tinnitus. Fließgeräusche im Wasser waren es nicht, das hatte er geprüft. Er nahm sogar die Abdeckung der Pumpe ab und versuchte, das Geräusch mit der Hand zu dämpfen. Ohne Erfolg.
Am Abend des 14. Oktober war das Rätsel gelöst. Auf der Pumpe, einer IMPPUMPS GHN25/60, saß seitlich ein dreistufiger Schalter, und der stand auf Stufe 3. Er stellte auf Stufe 2, und das Geräusch ließ stark nach. Auf Stufe 1, schrieb er am nächsten Tag, sei die Pumpe im Obergeschoss nur noch unter Konzentration zu hören. Ein anderer Teilnehmer rechnete im selben Thread vor, was dahintersteckt: Auf Stufe 3 nehme diese Pumpe höchstens 90 Watt auf, seine eigene laufe mit rund 20 Watt.
Ein Schalter, ein Handgriff. Dumm nur, dass es nicht immer so einfach ist. Eine brummende Umwälzpumpe kann viele Gründe haben, und manche davon sind ein Warnsignal.
Was die Pumpe eigentlich tut und warum sie überhaupt Lärm macht
Die Umwälzpumpe drückt das Heizungswasser durch Kessel, Rohre und Heizkörper. Eine alte Pumpe macht das mit gleichbleibender Leistung. Wikipedia nennt für ältere Modelle 85 bis 130 Watt Leistungsaufnahme, bei rund sieben Monaten Betrieb im Jahr (5.040 Stunden) sind das 428 bis 655 Kilowattstunden. Eine geregelte Hocheffizienzpumpe mit 7 bis 25 Watt kommt auf 35 bis 126 Kilowattstunden.
Der Unterschied liegt beim Strom, aber auch beim Lärm: Je mehr Leistung ein Motor umsetzt, desto stärker schwingt er, und je mehr Wasser er durch enge Stellen drückt, desto lauter rauscht und pfeift es. Der Teilnehmer „2moose" aus dem Forum fasste es so zusammen: Mehr Wassermenge bedeute immer mehr Stromverbrauch, mehr Verschleiß und mehr Lärm, und zwar nicht linear, sondern exponentiell. Das deckt sich mit der Strömungslehre, bei der Druckverluste mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wachsen. Wer die Pumpe also eine Stufe zu hoch laufen lässt, zahlt dreifach: bei der Stromrechnung, beim Verschleiß und bei der Nachtruhe.
Ganz stumm läuft keine Heizung. Laut dem Ratgeber von dein-heizungsbauer.de ist ein leises Rauschen von Wasser an Engstellen wie den Thermostatventilen normal, ebenso ein leises Betriebsgeräusch im Heizungskeller. co2online schreibt dazu, dass vor allem alte Pumpen ein durchgehendes, leises Brummen verursachen können und leichte Vibrationen bei allen Pumpen üblich sind. Auffällig wird es, wenn das Geräusch laut und störend ist oder sich ändert.
Welches Geräusch auf welche Ursache zeigt
Eine Faustregel, die sich aus den Ratgebern von co2online und dein-heizungsbauer.de ableiten lässt:
Brummen, dumpf und gleichmäßig. Zu hohe Pumpenstufe oder zu hohe Förderhöhe, bei alten Pumpen zusätzlich der Motor selbst. Brummt es erst richtig, nachdem Sie Thermostate aufgedreht haben, arbeitet die Pumpe laut Viessmann wahrscheinlich zu hoch. Kommt das Geräusch im ganzen Haus an, ist oft zusätzlich Körperschall im Spiel (dazu gleich mehr). Rauschen, Gluckern, Plätschern. Luft. co2online nennt lautes Rauschen oder Gluckern einen sicheren Hinweis auf Luft in der Anlage. Sie sammelt sich an den höchsten Punkten, in den Heizkörpern und manchmal in der Pumpe selbst. Dann kann sie das Wasser nicht mehr richtig umwälzen. Mehr zu diesem Typ im Beitrag über Heizungsgeräusche wie Knacken und Gluckern. Pfeifen oder Zischen. Der Durchfluss ist zu hoch eingestellt. Auch das steht bei dein-heizungsbauer.de. Klackern, Klappern, Rattern. Hier wird es ernst. co2online ordnet „brummt laut, rattert, macht schlagende Geräusche" einem Schaden am Lager zu. dein-heizungsbauer.de nennt Klappern ein typisches Zeichen für Lagerverschleiß und Knacken ein Zeichen für Risse im Laufrad. In beiden Fällen hilft laut der Quelle nur ein Austausch. Prasseln und Knattern. Ist die Pumpe zu klein ausgelegt, kann Wasser vor der Pumpe verdampfen. Die Dampfblasen fallen in der Pumpe wieder zusammen, Fachleute nennen das Kavitation. Das Geräusch klingt wie Kies im Gehäuse, und die Druckschläge können laut dein-heizungsbauer.de Löcher ins Laufrad fressen. Stille. Auch das ist ein Befund. Wenn das Lager fest ist oder Schmutz das Laufrad blockiert, hört man nichts mehr, und die Heizkörper bleiben kalt. Gerade nach langem Stillstand im Sommer passiert das häufiger. Moderne Pumpen haben dafür laut dein-heizungsbauer.de eine Antiblockierfunktion, die sie regelmäßig kurz anlaufen lässt.Der Körperschall: Warum der Keller im Schlafzimmer brummt
Die Pumpe selbst ist selten so laut, wie man sie im Obergeschoss hört. Der Motor versetzt sein Gehäuse in Schwingung, die Schwingung läuft über die Rohre und ihre Befestigungen in Wände und Decken, und dort strahlt sie als Luftschall wieder ab. Im Forumsfall von 2011 beschrieb der Bauherr genau das: Die Pumpe sitze im Erdgeschoss ohne Keller, aber hören könne man sie oben.
Ein anderer Teilnehmer berichtete, bei ihm sei es auch so gewesen, dann habe der Installateur im Technikraum bei den Rohren eine Schalldämmung eingebaut, seitdem sei kaum etwas hörbar. dein-heizungsbauer.de beschreibt dasselbe Phänomen so: Vibrationen übertragen sich und verstärken sich durch Resonanzeffekte zu gravierenden Störgeräuschen.
Meine Einschätzung aus der Bauakustik, nicht aus einer der genannten Quellen: Die häufigsten Brücken sind starre Rohrschellen ohne Gummieinlage, Rohre, die direkt an einer Leichtbauwand oder einem Schacht hängen, und Pumpen, die starr zwischen zwei Rohrenden stecken. Wenn Sie die Pumpe mit der flachen Hand berühren und das Brummen im Raum ändert sich, liegt es nicht am Wasser, sondern an der Befestigung. Ob dann Rohrschellen mit Gummieinlage, flexible Anschlussschläuche oder eine entkoppelte Montage helfen, entscheidet der Heizungsbauer vor Ort. Mehr zu ähnlich übertragenen Geräuschen, etwa wenn die Heizung rauscht, obwohl sie aus ist, steht im Beitrag Heizung rauscht, obwohl sie aus ist.
Was Sie selbst prüfen können
Ein paar Dinge sind ungefährlich, andere nicht. Daher in dieser Reihenfolge.
1. Das Geräusch eingrenzen. Laut dein-heizungsbauer.de verstärkt ein spitzer Gegenstand am Pumpenkopf, ans Ohr gehalten, die Geräusche. Ein Schraubendreher tut es auch: Spitze ans Gehäuse, Griff ans Ohr. So hören Sie, ob das Brummen aus dem Motor kommt oder aus den Rohren daneben. 2. Stufe oder Regelung prüfen. Bei älteren Pumpen gibt es einen Schalter mit meist drei Stufen. co2online schreibt, dass alte Pumpen oft überdimensioniert sind und die niedrigste Stufe häufig ausreicht. Der Praxistest aus dem Forum geht so: eine Stufe runter, ein bis zwei Tage beobachten, ob alle Räume noch warm werden. Der Bauherr von 2011 ging genau so vor und wollte erst auf Stufe 1 gehen, wenn Stufe 2 reichte.Hocheffizienzpumpen haben stattdessen eine Regelungsart, die man am Display oder an einer Taste wählt, bei vielen Modellen als Konstantdruck (Δp-c) oder Proportionaldruck (Δp-v). Wikipedia beschreibt das Prinzip der Differenzdruckregelung: Die Pumpe misst die Druckdifferenz und passt Drehzahl und Leistung an den Bedarf an. Bei einer ungeregelten Pumpe steigt der Druck, wenn die Thermostatventile schließen, wodurch in den noch offenen Ventilen Strömungsgeräusche entstehen können. Eine geregelte Pumpe vermeidet genau das. Welche Einstellung zu Ihrem Haus passt, gehört in die Betriebsanleitung der Pumpe oder zum Heizungsbauer. co2online weist darauf hin, dass bei neuen Hocheffizienzpumpen das Einstellen von Förderhöhe und Regelungsart der Installateur übernimmt.
3. Auf Luft hören. Gluckert es, entlüften Sie zuerst die Heizkörper. Die Pumpe sollte dabei laut dem Ratgeber von Viessmann ausgeschaltet sein, die Thermostate sind aufgedreht, ein Lappen liegt unter dem Ventil. Danach den Wasserdruck am Manometer prüfen. Wenn er gefallen ist, muss nachgefüllt werden, und das macht je nach Wasserqualität besser der Fachbetrieb (Viessmann verweist dabei auf die VDI 2035). 4. Die Entlüftungsschraube an der Pumpe: Finger weg, wenn Sie unsicher sind. Alte Pumpen haben vorn eine Schraube zum Entlüften. co2online warnt ausdrücklich: Beim Aufdrehen kann heißes Wasser herausspritzen, es besteht Verbrühungsgefahr, das manuelle Entlüften sollten Sie daher einer Fachkraft überlassen. Das nehme ich ernst. Das Wasser ist heiß, und es steht unter Druck.Wann der Fachbetrieb dran ist
- Das Geräusch klackert, rattert oder knackt. Das deutet auf Lager oder Laufrad.
- Es prasselt, wie Kies im Gehäuse. Verdacht auf Kavitation, möglicherweise ist die Pumpe zu klein.
- Die Pumpe läuft, aber die Heizkörper bleiben kalt, oder sie läuft gar nicht.
- Ein plötzlich auftretendes Geräusch, das vorher nie da war. dein-heizungsbauer.de rechnet damit, dass ein unmittelbar bevorstehender Defekt dahintersteckt.
- Das Brummen hört man im ganzen Haus. Der Körperschallweg muss gefunden werden.
- Die Heizkörper rauschen trotz niedriger Pumpenstufe. Dann kann ein fehlender hydraulischer Abgleich im Spiel sein. Laut Viessmann gleicht der Heizungsbauer die Anlage dann neu ab.
Ein Notfall ist eine laute Pumpe nicht automatisch. Aber ein Heizungsausfall im Januar ist unangenehmer als ein Handwerkertermin im Oktober.
Was ein Pumpentausch kostet und was er bringt
co2online gibt für eine neue Hocheffizienzpumpe samt Einbau etwa 300 bis 400 Euro an. Der Austausch dauert für Fachleute ein bis zwei Stunden. Wikipedia nennt einen Mehrpreis von 200 bis 300 Euro gegenüber einer konventionellen Pumpe und rechnet vor: Bei 27 Cent je Kilowattstunde und rund 400 gesparten Kilowattstunden pro Heizperiode sind das 108 Euro im Jahr. Bei einer Betriebsdauer von 15 Jahren ergeben sich 1.620 Euro, ohne Strompreissteigerungen. Bei den aktuellen Strompreisen dürfte die Rechnung eher besser ausfallen, aber das ist eine Schätzung. Das Rechenbeispiel von Wikipedia stammt aus einer älteren Strompreisannahme.
co2online beziffert die Ersparnis einer modernen Hocheffizienzpumpe gegenüber einer geregelten Pumpe von 2007 auf etwa 80 Prozent der Stromkosten. Ein Forumsteilnehmer von 2011 nannte für seine Grundfos Alpha 2 eine Leistungsaufnahme von 6 bis 8 Watt bei 220 Quadratmetern Fußbodenheizung und schrieb, man müsse das Ohr direkt an die Pumpe halten, um sie zu hören. Der Preis damals: 400 Euro. Das ist ein Einzelbericht, aber er passt zu den Werten, die Wikipedia für Kleinpumpen nennt.
Ein Tausch lohnt sich also doppelt, wenn die alte Pumpe laut und stromhungrig ist. Wenn die Pumpe nur falsch eingestellt ist, kostet die Lösung nichts.
Zuschüsse für den Pumpentausch haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Wikipedia nennt für 2016 eine BAFA-Förderung, die heute nicht mehr in dieser Form gilt. Fragen Sie vor dem Auftrag Ihren Heizungsbauer oder die Energieberatung nach dem aktuellen Stand.
Sonderfall Fußbodenheizung und Heizkreisverteiler
Bei Fußbodenheizungen kommt zur Hauptpumpe oft eine zweite am Verteiler. Die Geräusche sind dort anders gelagert: Stellantriebe, Durchflussmesser, Mischer. Wenn das Brummen aus dem Verteilerschrank kommt, lesen Sie weiter im Beitrag über Fußbodenheizung und Geräusche am Heizkreisverteiler.
Mein Fazit
Eine brummende Umwälzpumpe ist meistens kein Drama, so liest es sich in den Ratgebern und Forenthreads, die ich dafür durchgesehen habe. Zuerst prüft man die Stufe. Dann die Luft. Dann die Befestigung. Erst wenn alles das nichts bringt oder das Geräusch klackert, rattert oder plötzlich neu auftritt, gehört die Pumpe in die Hände eines Fachbetriebs.
Ärgerlich ist vor allem, ein Brummen jahrelang zu ertragen, weil man es für unvermeidlich hält. Der Bauherr aus dem Forum fand die Lösung in einem Tag und schrieb: „Ein großes persönliches Problem kurz und einfach gelöst!!!!!" Ich kann mir kaum einen schöneren Satz zu einem Drehschalter vorstellen.
Quellen: energiesparhaus.at, Forenthread „Geräusche Pumpe FBH", 13. bis 15.10.2011 · co2online, „Heizungspumpe: 10 häufige Probleme und ihre Lösungen" (co2online.de) · dein-heizungsbauer.de, „Wenn die Umwälzpumpe Geräusche macht" · Wikipedia, „Umwälzpumpe (Heiztechnik)" · Viessmann, „Die Heizung macht Geräusche – was nun?" (viessmann.de)
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