Schallabsorber selber bauen 2026: Bauplan, Materialkosten und 3 Projektbeispiele

Schallabsorber selber bauen 2026: Bauplan, Materialkosten und 3 Projektbeispiele

Ein Bekannter, gelernter Schreiner, seit fünfzehn Jahren im eigenen Betrieb, richtete Anfang 2026 den Dachboden seines Reihenhauses in Fürstenfeldbruck als Homeoffice ein. Alte Balken, Sichtbeton auf der Giebelseite, Laminatboden, siebzehn Quadratmeter, eine Schräge, ein Gaubenfenster. Er stellte den Schreibtisch, die zwei Monitore und den Bürostuhl auf, freute sich einen Nachmittag lang über die freie Sicht auf die Ampertaler Streuobstwiesen, und startete am nächsten Montag um neun Uhr sein erstes Kundengespräch über Zoom. Nach vierzig Minuten schrieb der Kunde in den Chat: "Sitzen Sie in einer Kirche." Es war ein Ingenieurbüro aus Ingolstadt. Sie meinten das nicht metaphorisch. Sein Dachboden hatte eine Nachhallzeit, bei der jede S-Laute vier Mal von den Betonwänden zurückgeworfen wurde, bevor sie im Kondensatormikrofon der Webcam landete. Er hörte sich selbst am Abend in der Aufzeichnung an und musste zugeben: es klang, als würde er aus einem leeren Tiefgaragen-Parkdeck heraus telefonieren.

Am Dienstag setzte er sich abends an den Laptop und tippte "Schallabsorber Wand" in die Suchleiste. Was er fand, war eine Preisspanne, die einen Handwerker, der weiß, was ein Fichtenbrett kostet, in leichten Ärger versetzt. Vier stoffbezogene Basotect-Paneele in 60 mal 60 cm, Set von Amazon, 249 Euro. Ein Wandabsorber-Set von einem der bekannten Studio-Ausstatter, sechs Paneele in verschiedenen Größen: 379 Euro. Das teuerste Angebot in der ersten Suchergebnisseite: 599 Euro für acht Paneele mit Holzrahmen und Stoffbezug. Er klickte sich durch das Datenblatt eines dieser Sets, sah drei Kernbestandteile, die er alle drei kannte, denn er verarbeitet Holz, Stoff und Dämmmaterial seit dem ersten Ausbildungsjahr, und er dachte den Satz, den in diesem Moment vermutlich fünftausend andere DIY-Handwerker in Deutschland auch gerade dachten: "Das kann ich billiger und besser selbst."

Dieser Artikel ist für ihn, für seine Kollegen aus dem selben Reihenhaus-Viertel, die jetzt auch Homeoffice-Dachböden umbauen, und für alle Zuschauer der einschlägigen YouTube-Kanäle, die einen Akkuschrauber besitzen und sich zutrauen, ein rechtwinkliges Viereck aus vier Latten zu bauen. Was ein Schallabsorber wirklich ist, welche Materialien für welche Frequenz die richtige Wahl sind, was der Materialkasten für ein Panel, ein Deckensegel und eine Bassfalle kostet, wie ein Rahmen aussieht, den man einmal in fünf Jahren macht statt einmal in fünf Wochen, was am Brandschutz wichtig ist, wenn im Wohnzimmer eines Familienhauses hängt, was man baut. Und ganz am Ende, weil das oft die wichtigste Information ist: was NICHT funktioniert und trotzdem in dreißig YouTube-Tutorials empfohlen wird.

Was ein Schallabsorber überhaupt macht

Ein Schallabsorber ist zunächst nichts anderes als ein Stück poröses Material, in dem Schallwellen sich totlaufen. Die Schallwelle dringt in die offene Struktur ein, versetzt Luftmoleküle in Bewegung, die reiben sich an den Fasern des Materials, aus mechanischer Energie wird Reibungswärme, und das, was hinten wieder rauskommt, ist deutlich weniger als das, was vorne reingegangen ist. Das ist das Grundprinzip poröser Absorption, und es funktioniert bei jedem porösen Material: Steinwolle, Glaswolle, Basotect-Melaminharzschaum, Polyestervlies, Schafwolle, Kokosfaser, Hanffilz, sogar dicke gefüllte Bücherregale und Polstermöbel arbeiten nach dem gleichen Prinzip, wenn auch mit sehr unterschiedlicher Effizienz (akustik-welt.de zur Wirkweise poröser Absorber, Fairaudio-Lexikon zu akustischer Absorption).

Der entscheidende Kennwert für ein poröses Material ist der längenspezifische Strömungswiderstand, gemessen in Pascal-Sekunden pro Quadratmeter. Der Wert beschreibt, wie stark das Material die Luftströmung bremst. Ist er zu niedrig, saust der Schall durch das Material hindurch, verliert kaum Energie und wird von der dahinter liegenden Wand reflektiert. Ist er zu hoch, prallt der Schall vorne am Material ab und wird ebenfalls reflektiert. Das Optimum liegt in einem mittleren Bereich, der von der gewünschten Absorberdicke abhängt: Für einen fünf Zentimeter dicken Absorber wären etwa 30.000 Pascal-Sekunden pro Quadratmeter ideal, für einen zwanzig Zentimeter dicken reichen 8.000, für einen dreißig Zentimeter dicken sogar nur 5.000 (jochenschulz.me zur Materialwahl bei Absorbern).

Der zweite entscheidende Faktor ist die Materialdicke im Verhältnis zur Wellenlänge des Schalls, den man absorbieren will. Sengpiel Audio, Eberhard Sengpiels legendäre Berliner Referenz-Website für angewandte Akustik, formuliert die Faustregel in einer einzigen Zeile: Ein Absorber wirkt nennenswert erst dann, wenn seine Dicke etwa einem Viertel der Wellenlänge entspricht. Für 1000 Hertz sind das 8,5 Zentimeter, für 500 Hertz 17 Zentimeter, für 250 Hertz schon 34 Zentimeter, und für 100 Hertz theoretisch 85 Zentimeter Materialdicke. Deshalb sind die zwei Zentimeter dicken Noppenschaum-Platten, die man bei Amazon in schwarzer Pyramidenoptik als Set bekommt, akustisch fast nutzlos: Sie greifen erst bei 3000 Hertz, also im Zischbereich der S-Laute und im höchsten Bereich von Beckenklängen. Der Rest, also der komplette Sprach- und Musikbereich unterhalb von 3000 Hertz, geht ungebremst durch (Lärmorama Akustik zur Raumakustik).

Für den Homeoffice-Dachboden des Schreiners heißt das: Er braucht Absorber, die bei mindestens 250 Hertz einsetzen, weil dort der männliche Sprachbereich beginnt. Das bedeutet Materialdicken von mindestens fünf bis acht Zentimetern, und für Bassfrequenzen aus dem Nebenzimmer eher zehn bis fünfzehn Zentimeter Materialdicke, dazu ein sinnvoller Wandabstand von noch einmal fünf bis zehn Zentimetern. Diese Zahlen sind der Bauplan-Rahmen für alles, was folgt.

Die fünf Materialien im Vergleich: was für DIY realistisch ist

Basotect: der Goldstandard der Melaminharzschäume

Basotect ist der Markenname eines offenporigen Melaminharzschaums aus dem Werk der BASF in Ludwigshafen, und er ist in der akustischen DIY-Szene seit rund zwanzig Jahren die Referenz für alle, die schnell und sauber ein Panel bauen wollen. Die Rohdichte liegt bei extrem leichten 9 Kilogramm pro Kubikmeter, in der ultraleichten Variante Basotect UL sogar bei 6 Kilogramm pro Kubikmeter, also fast Luft mit Struktur (BASF Produktseite zu Basotect, Rohde Akustik zu Basotect in der Raumakustik). Das Material ist offenporig, weich, gut mit einem Cuttermesser zu schneiden, wiegt fast nichts und ist bei fachgerechter Verarbeitung staubfrei und hautverträglich. Was Handwerker daran mögen: Man kann eine ganze Platte in dreißig Sekunden aus einem 100x125 cm Stück heraussägen, ohne Schutzmaske und ohne juckende Fasern in der Luft.

Die Absorptionsleistung ist ausgezeichnet, aber deutlich abhängig von der Materialdicke. Für den akustischen Alpha-w-Wert nach DIN EN ISO 11654 gilt, gemessen mit Direktmontage vor einer schallharten Wand: 20 Millimeter Basotect erreichen 0,45 (Absorberklasse D), 40 Millimeter kommen auf 0,70 (Klasse C), 50 Millimeter auf 0,85 (Klasse B), 60 Millimeter auf 0,95 und damit Klasse A, die höchste Einstufung (acousticindex.com zur Wirkung von Akustikschaumstoff). Im Tiefton bei 125 Hertz erreicht selbst die 60-mm-Platte nur einen Wert von etwa 0,25, das heißt für echte Bassabsorption ist Basotect allein zu leicht.

Beim Brandschutz ist Basotect nach DIN 4102-1 in Klasse B1 eingestuft, also schwer entflammbar, nach der europäischen Norm EN 13501-1 erreicht es die höhere Klassifizierung B-s1, d0 (schwer entflammbar, geringe Rauchentwicklung, kein brennendes Abtropfen). Das ist der beste Wert, den ein organischer Kunststoff im Brandschutz überhaupt erreichen kann, und einer der Gründe, warum Basotect in Bahnwaggons, Flugzeugen und Konzertsälen eingesetzt wird (baulinks.de zu Melaminharzschaum und Brandschutznormen).

Materialpreise 2026 im Direktversand bei Melaminschaum-Fachhändlern: 50 mm Basotect W in 100x125 cm kostet je nach Anbieter zwischen 55 und 85 Euro pro Quadratmeter, bei Zuschnitt auf 60x120 cm liegt der Aufwand bei 40 bis 65 Euro pro Paneelfüllung. Die günstigen chinesischen Melaminschaum-Nachbauten von Ebay-Direktversendern kosten 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter, sind aber im Brandschutz und in der Faserstruktur nicht immer sauber deklariert, und man sollte prüfen, ob wirklich Melaminharz und nicht ein weichmacherhaltiger Polyurethanschaum darin steckt (fibers-foams.de zu Basotect als Melaminschaum, schaumstofflager.de zu Basotect und Melaminharzschaumstoff).

Steinwolle: die günstigste und akustisch potenteste Option

Steinwolle in der Rohdichte 40 bis 60 Kilogramm pro Kubikmeter ist seit über dreißig Jahren der De-facto-Standard im professionellen Absorberbau, und aus einem einfachen Grund: Sie ist billig, überall verfügbar, akustisch hervorragend und bei fachgerechter Verkleidung staubdicht. Die Rockwool Sonorock-Serie mit 40 Kilogramm pro Kubikmeter liegt in jedem Baumarkt in Deutschland vorrätig, die Termarock 50 mit 50 kg/m³ ist eine Stufe darüber und für tieffrequente Anwendungen minimal besser geeignet (Rockwool Produktseite zu Sonorock Akustik, Datenblatt Sonorock Akustik von Rockwool).

Der Preis liegt bei 4 bis 6 Euro pro Quadratmeter in Standarddicke 50 mm, bei 100 mm zwischen 7 und 12 Euro pro Quadratmeter. Für einen 60x120 cm Paneelinhalt mit 100 mm Steinwolle zahlt man 5 bis 9 Euro. Das ist Faktor fünf bis zehn günstiger als Basotect gleicher Wirksamkeit, und die reine Absorptionswirkung ist bei gleicher Dicke ebenbürtig oder besser, weil Steinwolle einen höheren Strömungswiderstand hat und im Tiefton dadurch früher greift.

Der Preis für die günstigere Wirkung: Die Verarbeitung ist unangenehm. Feinste Mineralfasern lösen sich beim Schneiden, jucken auf der Haut, reizen die Atemwege und dürfen nicht in die Raumluft geraten, wenn das Panel später im Wohnbereich hängt. Deshalb ist die Regel bei Steinwolle klar: FFP2-Maske, Schutzbrille, Handschuhe, langes Hemd, danach Fenster auf und die Steinwolle vor dem Einbau in eine dünne Diffusionsfolie oder Vliesmatte einwickeln, damit später keine Fasern durch den Bezugsstoff wandern.

Bezüglich Brandschutz ist Steinwolle nach DIN 4102-1 in Klasse A1 eingestuft, also nicht brennbar, ohne organische Bestandteile, und damit besser als jeder Kunststoffschaum. Das ist der Grund, warum Steinwolle in Fluchtwegen, Brandschutzwänden und Hochhäusern zwingend vorgeschrieben ist, wo Basotect zwar erlaubt wäre, Steinwolle aber der Standard ist (baustoffwissen.de zu Baustoffklassen und Brandverhalten, baunetzwissen.de zu DIN 4102 und Brandverhalten von Baustoffen).

Polyestervlies: die staubfreie Kompromisslösung

PET-Vlies-Absorber sind das Ergebnis der letzten zehn Jahre technischer Entwicklung im Nichtwoven-Bereich und haben eine Marktnische zwischen Basotect und Steinwolle besetzt. Sie bestehen aus thermisch verpressten Polyesterfasern, teilweise aus recycelten PET-Getränkeflaschen. Die typische Rohdichte liegt bei 30 bis 80 Kilogramm pro Kubikmeter, die Faserlänge ist so gewählt, dass keine juckenden Bruchstücke entstehen, und die Verarbeitung ist so sauber wie bei Watte (schaumstofflager.de zu PET-Vlies-Akustikabsorbern, objectiv.de zu Vlies-Absorbern aus Polyester).

Preis: 25 bis 40 Euro pro Quadratmeter in 40 mm Stärke, 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter in 60 mm Stärke. Die Absorptionswerte liegen zwischen Basotect und Steinwolle, näher an Basotect. Der Brandschutz ist meist B1 nach DIN 4102, in guten Ausführungen mit Flammschutzausrüstung auch B-s2, d0 nach europäischer Norm. Für den Homeoffice-Dachboden des Schreiners ist Polyestervlies die naheliegende Wahl, weil er das Material ohne Schutzausrüstung im Wohnbereich verarbeiten kann und weil seine Frau ihn nach dem ersten Steinwolle-Erlebnis vermutlich vor die Tür gesetzt hätte (wkt.de zu Akustikvlies aus Polyester, silenti.de zu Materialeigenschaften von Akustikvlies).

Schafwolle und Naturmaterialien: die ökologische Nische

Schafwolle als Akustikmaterial ist in den vergangenen Jahren durch Hersteller wie Whisperwool oder Baur Vliesstoffe populär geworden. Aus akustischer Sicht ist sie ein Grenzfall: Der Strömungswiderstand von reiner ungefärbter Schafwolle liegt bei nur etwa 290 Pascal-Sekunden pro Quadratmeter, das ist Faktor 30 unter dem, was ein guter Absorber braucht. Wollpaneele funktionieren deshalb nur in großen Materialdicken ab 40 Millimetern und mit einer speziellen Vernadelung, die die Fasern verdichtet (baunetzwissen.de zu Akustikpaneelen aus Schafswolle, jochenschulz.me zu Absorbermaterialien im Vergleich).

Preis: 50 bis 90 Euro pro Quadratmeter, also im oberen Basotect-Bereich, akustisch aber schwächer. Der Vorteil liegt im Raumklima: Schafwolle reguliert Feuchte, bindet Formaldehyd und andere Schadstoffe aus der Raumluft und ist ein voll biologisch abbaubarer Rohstoff. Für Ökobau-Enthusiasten eine berechtigte Wahl, für den Durchschnitts-DIY-Handwerker in Fürstenfeldbruck eher nicht.

Hanffilz und Kokosfaser sind ähnlich zu bewerten: gute Umweltbilanz, mittlere akustische Werte, Preise zwischen 30 und 60 Euro pro Quadratmeter, und in der Verarbeitung deutlich staubärmer als Steinwolle, aber weniger dimensionsstabil als Basotect oder PET-Vlies. Für Wandabsorber im geschlossenen Rahmen brauchbar, für Deckensegel im freien Aufhängen wegen Sackbildung problematisch.

Was nicht funktioniert: der Ehrenamtsteil dieser Materialliste

Bevor jetzt jemand aus Sparsamkeit die alten Handtücher aus dem Wäscheschrank holt: Es gibt eine Reihe von Materialien, die in DIY-Foren und auf YouTube regelmäßig als "Alternative" auftauchen und akustisch nichts oder fast nichts bringen. Eierkartons: dünn (3 bis 5 Millimeter), Papier hat einen zu geringen Strömungswiderstand, absorbieren höchstens minimal im Hochtonbereich über 3000 Hertz. Ein gut gefüllter Kleiderschrank an der gleichen Wand hat einen deutlich höheren Absorptionsgrad als vierzig geklebte Eierkartons (akustik-welt.de zum Mythos Eierkartons als Schallschutz, silenti.de zu Eierkartons und Schallschutz).

Styropor: geschlossenzellig, reflektiert Schall wie eine schallharte Wand, ist als Absorber praktisch nutzlos. Wer Styropor an die Wand klebt, dämmt vielleicht die Wärme, aber nicht den Schall. Alte Teppichreste flach an die Wand geklebt: erreichen NRC-Werte um 0,15 bis 0,25 im Mitten- und Hochton, für gezielte Absorption also viel zu schwach, und optisch eine Zumutung. Dünne Waschbett-Schaumstoffe (Polyurethan, geschlossenzellig) unter 3 Zentimetern: absorbieren erst ab 3000 Hertz und selbst dort nur schwach, sind kein Ersatz für richtigen offenporigen Akustikschaum. Der Grund, warum diese Mythen sich halten, ist einfach: Es gibt Menschen, die eine Wand voller Eierkartons anschauen und den Placebo-Effekt haben, es klänge besser als vorher. Messtechnisch ändert sich fast nichts (akustikproblem.ch zur akustischen Wirkung von Eierkartons, schallschutztempel.com zu Materialien für Schalldämmung).

Der Rahmen: Holz, Schrauben, Winkelverbinder

Ein Absorber-Panel besteht aus vier Komponenten: Rahmen, Dämpfstoff, Bezug, Aufhängung. Der Rahmen ist der Teil, den ein Schreiner in fünf Minuten pro Panel baut, und ein durchschnittlicher DIY-Handwerker in fünfzehn. Als Standardgröße hat sich in den einschlägigen DIY-Foren 60x120 cm etabliert, aus zwei Gründen: Die Fläche ist groß genug, um akustisch spürbar zu wirken (0,72 Quadratmeter je Panel), und die Abmessung passt bei den meisten Dämpfstoffplatten ohne größere Verschnitte (Rockwool Sonorock in 100x62,5 cm lässt sich in zwei Zuschnitten füllen).

Als Rahmenholz bewährt haben sich Fichtenlatten in 40x40 mm oder 40x60 mm Querschnitt, technisch getrocknet, gehobelt oder auch nur sägerau, je nach optischem Anspruch. Preis im Baumarkt 2026: etwa 1,80 bis 2,40 Euro pro laufenden Meter bei 40x40 mm, 2,20 bis 3,00 Euro pro Meter bei 40x60 mm (schnittholz24.at zu Kantholz Fichte gehobelt 40x40mm, scs-holzshop.de zu Latten und Rahmen aus Fichte und Tanne). Für ein 60x120 cm Panel braucht man 3,60 Meter Latte (2x1,20 m plus 2x0,60 m), also Rahmenkosten von 6 bis 9 Euro. Für einen 100 mm dicken Absorber sollte die Latte mindestens 60 mm hoch sein, damit der Dämpfstoff bündig hineinpasst und der Bezugsstoff nicht auf dem Material aufliegt (ein Millimeter Luftspalt hinter dem Bezug ist akustisch neutral, direkter Kontakt kann den Hochton leicht dämpfen, wenn der Stoff dichter ist als optimal).

Die Eckverbindungen sind der Teil, an dem sich die Geister scheiden. Drei praktikable Varianten:

Stumpfe Verschraubung mit Winkelverbindern: der einfachste Weg für alle, die keine Gehrungssäge besitzen. Feuerverzinkter Stahl-Winkelverbinder 40x40x20 mm, im Baumarkt zu 25 bis 35 Cent pro Stück, wird innen in jede Ecke geschraubt, dann zwei Rahmenteile stumpf zusammengeschraubt. Vier Winkelverbinder pro Panel, dazu 16 kurze Spax-Schrauben 3,5x25 mm. Materialkosten: 2,50 Euro pro Panel für Verbinder plus Schrauben. Der Rahmen ist verwindungssteif, hält ewig, sieht in der geschlossenen Konstruktion niemand (obi.de zu Winkelverbindern 40x40x20 mm verzinkt, holzhandelonline.de zu Winkelverbindern verzinkt 40x40 mm). Stumpfe Verschraubung mit Holzleim und Spax-Schrauben: für alle, die Werkzeug lieben und keine Winkelverbinder wollen. Die Latten werden stumpf aneinander gelegt, mit Ponal-Holzleim geleimt, und mit zwei Spax-Schrauben 4x50 mm von der Außenseite in die Stirnseite der Querlatte geschraubt. Materialkosten: unter 1 Euro pro Panel. Vorteil: schöneres Bild, weil keine Metallverbinder im Rahmen. Nachteil: verzieht sich bei feuchter Luft im Keller minimal, was bei einem Absorber optisch aber irrelevant ist. Gehrungsschnitt mit 45-Grad-Verbindung: die schreinergerechte Variante, macht der Homeoffice-Held aus Fürstenfeldbruck vermutlich, wenn er ehrlich zu sich selbst ist. Braucht Gehrungssäge oder Kappsäge mit 45-Grad-Einstellung, zwei Schrauben aus der Stirnseite in die 45-Grad-Fläche, alternativ mit Kranzverbindern. Sieht am besten aus, wenn der Rahmen sichtbar bleibt, ist bei komplett stoffbezogenen Panels vollkommen überflüssig. Preis: gleich wie stumpf, plus 20 Minuten Zeit pro Rahmen.

Die Werkzeugliste für den Rahmenbau ist überschaubar und dürfte in 80 Prozent der DIY-Handwerker-Werkstätten vorhanden sein: Akkuschrauber mit Bit-Set, Handkreissäge oder Stichsäge (für Zuschnitt der Latten, alternativ direkt im Baumarkt zuschneiden lassen), Zollstock oder Bandmaß, Bleistift, Winkel, evtl. Schraubzwingen für den Leimvorgang. Für die Verarbeitung der Steinwolle zusätzlich: FFP2-Staubmaske, Schutzbrille, Nitril-Handschuhe, langes Hemd, ein scharfes Cuttermesser oder ein spezieller Steinwolle-Cutter. Basotect und Polyestervlies lassen sich mit dem Cuttermesser oder einer Bandsäge sauber schneiden, ohne Schutzausrüstung. Für den Bezugsstoff schließlich: Tacker mit 10 bis 12 mm Klammern, Stoffschere, Bügeleisen für Falten.

Der Bezugsstoff: die häufigste Fehlerquelle

Hier scheitern nach Erfahrung der Studio-Berater in den einschlägigen Foren rund achtzig Prozent aller DIY-Projekte, die überhaupt scheitern, obwohl sie technisch alles richtig gemacht haben. Der Bezugsstoff muss akustisch transparent sein, sonst reflektiert er den Hochton und macht aus einem funktionierenden Absorber ein Möbelstück, das die Bassenergie zwar noch schluckt, aber die Sprache und die S-Laute nicht mehr, weil die eben nicht mehr bis zum Dämpfstoff durchdringen (molton-markt.de zur Schalldurchlässigkeit von Molton).

Der Test ist banal und funktioniert überall: Stoff in die Hand nehmen, an den Mund halten, kräftig hindurchpusten. Spürt man auf der anderen Seite der Hand einen Luftstrom, ist der Stoff akustisch transparent genug. Spürt man Widerstand, aber es kommt noch etwas durch, ist er grenzwertig. Kommt gar nichts durch (Kunstleder, dichter Vinyl, beschichtete Baumwolle, dichte Polyester-Deko), ist der Stoff für Absorber ungeeignet.

Was funktioniert:

Bühnenmolton ist der Klassiker aus der Studio-Bauwelt, ein leichter bis mittelschwerer Baumwollstoff mit rund 300 Gramm pro Quadratmeter, in Schwarz, Anthrazit, Grau oder Naturfarben erhältlich, brandschutzimprägniert nach DIN 4102-1 B1, Meterware 3 bis 6 Euro pro laufenden Meter bei 3 Meter Breite (molton-markt.de zu Molton-Produktinformationen, moltondiscount.de zu Molton in der Raumakustik). Für ein 60x120 cm Panel braucht man 80 cm Stoff bei 1,50 m Breite, also 3 bis 5 Euro Stoffkosten pro Panel. Kalmuck ist eine dichtere Molton-Variante mit 500 Gramm pro Quadratmeter, ebenfalls schalldurchlässig, aber mit spürbarem eigenem Absorptionsverhalten und einem Alpha-w-Wert von etwa 0,75 in der ausgeführten Vorhang-Variante. Als Bezugsstoff für Absorber eleganter als Bühnenmolton, weil dichter und blickdichter, aber teurer: 8 bis 12 Euro pro Quadratmeter (moltondiscount.de zu Akustikstoff aus Kalmuck). IKEA Ditte ist der Geheimtipp aller mitteleuropäischer DIY-Homestudios, ein neutraler Baumwollstoff mit 210 Gramm pro Quadratmeter, roh und ungefärbt, akustisch transparent, kostet 4 bis 5 Euro pro laufenden Meter bei 1,50 m Breite. Für ein 60x120 cm Panel also unter 3 Euro Stoff. Der Nachteil: leicht knitterig, muss vor dem Aufziehen gebügelt werden, und man muss darauf achten, dass er brandschutztechnisch nur B2 ist (normal entflammbar), was für die private Wohnung akzeptabel, für gewerbliche Räume aber problematisch ist. Bettbezüge und Spannbettlaken aus reiner Baumwolle funktionieren ebenfalls, oft für 5 bis 10 Euro pro Panel aus dem Sonderposten-Regal. Der Vorteil: bunte Motive, Kinderzimmer-tauglich, unkompliziert.

Was NICHT geht: Kunstleder, PU-beschichtete Möbelbezugsstoffe, Blackout-Vorhangstoff, dickeres Cord, dichter Sonnenschutz-Stoff, alte Duschvorhänge, jeder Stoff mit Gummierung auf der Rückseite. Alle diese Materialien haben eine viel zu hohe akustische Impedanz und wandeln den Absorber in ein optisch schönes Element mit fünfundzwanzig Prozent der eigentlich möglichen Wirkung.

Bauplan-Grundtypen: die vier Geometrien

Aus den beschriebenen Komponenten lassen sich vier Grundgeometrien bauen, die alle relevanten Anwendungsfälle abdecken:

Typ 1: Wandabsorber

Rechteckiges Panel, Rahmentiefe entspricht Dämpfstoffdicke, direkt an die Wand geschraubt oder mit Metallhängesystem in 5 bis 10 cm Wandabstand aufgehängt. Der Wandabstand ist akustisch wertvoll, weil die Absorptionswirkung im Tiefton dadurch um etwa eine Oktave nach unten wandert. Ein 50 mm dickes Basotect-Panel mit 10 cm Wandabstand wirkt akustisch ähnlich wie ein 100 mm dickes Panel direkt an der Wand, und das bei halbem Materialaufwand.

Typ 2: Deckensegel

Horizontal aufgehängtes Panel, meist etwas größer (80x120 cm oder 100x125 cm), in 15 bis 30 cm Abstand unter die Rohdecke gehängt. Ideal für hohe Räume (Dachböden mit 3 bis 4 m Firsthöhe, Werkstätten, Ateliers) und für Räume, bei denen die Wandflächen für Absorber schon belegt sind oder mit Möbeln zugestellt sind. Aufhängung mit vier Punkten aus 1,5 mm Stahlseilen (Baumarkt-Aufhängesystem 15 bis 30 Euro pro Paneel) oder mit Gewindestangen M6 und Deckenankern für starre Montage (lusina.de zum Bau von Akustik-Deckensegeln aus Holzleisten und Filz, heimkino-praxis.de zur Bauanleitung für ein Deckensegel, baunetzwissen.de zu Deckensegeln als Raumelementen).

Typ 3: Bassfalle als Eckabsorber

Dreieckige oder trapezförmige Konstruktion, in die Raumecke gestellt oder geschraubt, füllt die Ecke mit dickem Dämpfstoff (150 bis 250 mm Steinwolle oder Basotect). Die Physik dahinter: Bass baut sich in den Raumecken auf, weil dort drei Wände zusammentreffen und die Bassenergie sich aus allen drei Dimensionen stapelt. Ein Eckabsorber greift diese Energie am Punkt maximaler Konzentration ab und ist damit die effizienteste Bauform gegen dröhnenden Bass in kleinen Räumen (bonedo.de zum Bau eines DIY-Eckabsorbers, heimkinoverein.de zum Bau einer Bassfalle als Absorber). Der klassische Aufbau ist eine dreieckige Vorderfront aus Holz oder Stoff, dahinter Steinwolle bis zur Ecke. Alternativ die Superchunk-Bauform, bei der die komplette Ecke von Boden bis Decke mit gestapelten Steinwolle-Dreiecken gefüllt und mit Stoff bespannt wird.

Typ 4: Frame-Absorber mit Diffusor-Front (Skyline-Look)

Für die Gestaltungsverliebten unter den DIY-Handwerkern, meist im Homestudio-Bereich anzutreffen. Absorber-Panel im Rahmen, davor ein zweidimensionales Diffusor-Feld aus verschieden hohen Holzklötzchen (2 bis 8 cm lange Fichtenstäbchen, 3x3 cm Querschnitt, in einer Matrix aufgeklebt), berechnet nach Schroeder-Sequenzen mit einer Primzahl (7, 11, 13, 17). Die Klötzchenhöhe folgt einer mathematischen Reste-Sequenz, sodass die Wellenfront statistisch gleichmäßig gestreut wird (muckerei.blogspot.com zu Schröder- und Skyline-Diffusoren, rohde.at zum QRD-Diffusor, heimkino-praxis.de zu Diffusoren-Funktionsweise und Selbstbau). Praktischer Nutzen bei Sprach-Homeoffice: gering, weil die Wirkung erst über 2000 Hertz einsetzt. Optischer Nutzen: hoch, weil der Skyline-Diffusor als Blickfang an der Rückwand des Homestudios funktioniert.

Beispielprojekt 1: Vier Wandabsorber für den Homeoffice-Dachboden

Das Basis-Setup für den Schreiner aus Fürstenfeldbruck. Ziel: vier Wandabsorber, je 60x120 cm, mit 80 mm Basotect gefüllt, in 5 cm Wandabstand aufgehängt, hinter Molton in Anthrazit. Aufhängungsposition an den beiden Seitenwänden hinter dem Monitor und den beiden Erstreflexionspunkten (die Stellen an den Seitenwänden, an denen der Schall des eigenen Mundes bei Sprache in Richtung Kondensatormikrofon reflektiert wird, ermittelt mit der Spiegel-Methode: Ein Kollege bewegt einen Handspiegel an der Wand entlang, während man selbst auf dem Bürostuhl sitzt und in die Webcam schaut, an den Punkten, an denen man das Mikrofon oder den eigenen Mund im Spiegel sieht, kommt der Absorber).

Materialliste für vier Panels:

PositionMengeEinzelpreisGesamt
Basotect W 80 mm, Zuschnitt 60x120 cm4 Stück55 Euro220 Euro
Fichtenlatte 40x60 mm, technisch getrocknet15 m2,50 Euro/m37,50 Euro
Winkelverbinder 40x40x20 verzinkt16 Stück0,30 Euro4,80 Euro
Spax-Schrauben 3,5x25 mm (Packung 200)1 Packung8 Euro8 Euro
Bühnenmolton anthrazit B1, 3,20 m breit3 m5,50 Euro/m16,50 Euro
Tackerklammern 12 mm1 Packung4 Euro4 Euro
Metallhängesystem für Bilder, 5 cm Abstand4 Sets6 Euro24 Euro
Werkzeug (falls nicht vorhanden)--0 Euro
Summe für 4 Panels314,80 Euro
Materialkosten pro Panel: 78,70 Euro. Zum Vergleich: Ein vergleichbares Fertigprodukt in gleicher Größe und Dicke bei einem Studio-Fachversender kostet zwischen 179 und 249 Euro pro Panel. Ersparnis pro Panel: 100 bis 170 Euro, für vier Panels also 400 bis 680 Euro.

Bauzeit für einen geübten DIY-Handwerker: Rahmen bauen 20 Minuten pro Panel, Basotect zuschneiden und einlegen 5 Minuten, Stoff bespannen und tackern 15 Minuten. Also 40 Minuten pro Panel, für vier Panels rund zweieinhalb Stunden reine Bauzeit plus Einkauf und Aufhängen.

Alternative mit Steinwolle statt Basotect: Rockwool Sonorock 100 mm, Zuschnitt 60x120 cm, 4 Stück etwa 32 Euro (statt 220 Euro Basotect). Alle anderen Positionen gleich. Gesamtsumme fällt auf 126,80 Euro für vier Panels, also 31,70 Euro pro Panel. Kompromiss: mehr Aufwand bei der Verarbeitung (Staubmaske, Diffusionsfolie zum Einwickeln), tiefer greifende Absorption (die 100 mm Steinwolle wirkt etwa ab 200 Hertz, das 80 mm Basotect erst ab 250 Hertz), und ein etwas schwereres Panel (7 kg statt 3 kg).

Beispielprojekt 2: Ein Deckensegel für den Wohnbereich

Ausgangssituation: großes Wohnzimmer mit offener Küche, Betondecke ohne Abhängung, 3,20 m Deckenhöhe, dröhnender Hall bei Familienabendessen mit sechs Personen. Ziel: Ein zentrales Deckensegel 100x120 cm, in 20 cm Abstand unter der Decke, gefüllt mit 80 mm Polyestervlies (Wohnraum-tauglich), bezogen mit ungebleichtem IKEA-Ditte-Stoff.

Materialliste:

PositionMengeEinzelpreisGesamt
PET-Akustikvlies 80 mm, Zuschnitt 100x120 cm1 Stück (1,2 qm)55 Euro66 Euro
Fichtenlatte 40x60 mm, gehobelt5 m2,80 Euro/m14 Euro
Winkelverbinder 40x40 verzinkt4 Stück0,30 Euro1,20 Euro
Spax-Schrauben 3,5x25 mm (Restpackung)--2 Euro
IKEA Ditte Stoff naturfarben, 1,50 m breit1,50 m4,50 Euro/m6,75 Euro
Tackerklammern 12 mm--1 Euro
Stahlseil 1,5 mm mit Deckenhaltern (Set 4-Punkt)1 Set28 Euro28 Euro
Deckenanker M6 für Beton (SDS-Bohrer mieten)4 Stück1,50 Euro6 Euro
Summe124,95 Euro
Fertigprodukt in gleicher Größe: ein PET-Deckensegel eines der großen Akustik-Anbieter (Bilder-Plus, Silenti, Basotect-Fachversender) liegt zwischen 249 und 449 Euro. Ersparnis: 120 bis 320 Euro.

Wichtiger als der Preis ist beim Deckensegel die richtige Aufhängung. Vier Stahlseile an den vier Ecken sind Standard, bei Deckensegeln über 1,20 m Kantenlänge sollte ein fünfter Aufhängepunkt in der Mitte ergänzt werden, um Kippen zu verhindern. Die Deckenanker müssen für die Deckenkonstruktion passen: In Beton reichen 6 mm Nylon-Dübel mit Metallhaken (Traglast 15 kg pro Punkt), in Holzbalkendecken müssen die Anker in die Balken geschraubt werden (Balkenposition vorher mit Ortungsgerät ermitteln), in Rigips-abgehängten Decken sind Federklappdübel oder Molly-Dübel Pflicht, weil ein Absorber sonst irgendwann in einer Familien-Kaffeetafel liegt.

Beispielprojekt 3: Zwei Superchunk-Bassfallen für die Hörzimmer-Ecken

Ausgangssituation: HiFi-Wohnzimmer mit stehenden Wellen im Bassbereich zwischen 60 und 120 Hertz, hörbar als Dröhnen bei bestimmten Tönen. Ziel: Zwei Superchunk-Bassfallen in den beiden hinteren Raumecken, jeweils Boden bis Decke (240 cm), Grundfläche 40x40 cm, gefüllt mit gestapelten Steinwolle-Dreiecken, bezogen mit schwarzem Bühnenmolton.

Materialliste für zwei Superchunk-Bassfallen:

PositionMengeEinzelpreisGesamt
Rockwool Sonorock 100 mm, Platte 100x62,5 cm8 Platten8 Euro64 Euro
Fichtenlatte 40x60 mm für Frontrahmen12 m2,80 Euro/m33,60 Euro
Winkelverbinder 40x40 verzinkt12 Stück0,30 Euro3,60 Euro
Spax-Schrauben 4x40 mm1 Packung8 Euro8 Euro
Bühnenmolton schwarz B1, 3 m breit3 m5,50 Euro/m16,50 Euro
Diffusionsfolie 50 my, 4 m breit (Fasersperre)3 m3 Euro/m9 Euro
Klettband selbstklebend für Wandmontage4 m2,50 Euro/m10 Euro
Tackerklammern 12 mm1 Packung4 Euro4 Euro
Schutzausrüstung (FFP2-Maske, Handschuhe, Brille)1 Set15 Euro15 Euro
Summe für 2 Superchunks163,70 Euro
Fertige Bassfallen dieser Größe: professionelle GIK Acoustics-Bassfallen liegen zwischen 220 und 350 Euro pro Stück, für zwei also 440 bis 700 Euro. Ersparnis: 280 bis 540 Euro.

Der Bauablauf für einen Superchunk ist einfach: Steinwolleplatten werden mit dem Cuttermesser in Dreiecke geschnitten (Basis 40 cm, Höhe 40 cm, das ergibt sich aus der Ecke), acht Dreiecke werden übereinander gestapelt bis zur Deckenhöhe, jedes Dreieck wird vorher in Diffusionsfolie eingeschlagen (Fasersperre), und die gesamte Front wird mit einem Holzrahmen und Molton verschlossen. Der Rahmen ist L-förmig und wird per Klettband oder Winkeln in die Ecke geklemmt, sodass die Bassfalle bei einem eventuellen Umzug in fünfzehn Minuten wieder demontiert werden kann. Die Wirkung erreicht typischerweise 5 bis 10 Dezibel Absorption im Bereich 80 bis 200 Hertz, was in einem 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer die hörbare Bassmatschigkeit deutlich reduziert (hifi-forum.de zum Bau von Absorbern aus verschiedenen Glaswollen, tonstudio-forum.de zu Alternativen zu Mineralwolle).

Sicherheit und Brandschutz: was in Wohnräumen zählt

Für den privaten Wohnbereich reicht die DIN 4102 B2 (normal entflammbar) im Prinzip aus, weil die Wohnung baurechtlich nicht dem gewerblichen Brandschutz unterliegt. Das heißt: Reine Baumwollstoffe ohne Flammschutzausrüstung sind erlaubt, ebenso PU-Schäume in unkritischer Dicke. Trotzdem gibt es einen guten Grund, freiwillig zu B1 (schwer entflammbar) oder A1/A2 (nicht brennbar) hochzurüsten: Ein Wandpaneel, das in einer Ecke des Wohnzimmers neben einem Kaminofen oder einem älteren TV-Gerät hängt, sollte im Brandfall nicht das Feuer weitertragen.

Für DIY-Bauten mit Wohn- und Homeoffice-Nutzung sind folgende Kombinationen sinnvoll:

A-Klasse-Kombination: Steinwolle A1 mit Molton B1 = kombiniert A2 bis B1. Beste Wahl für Räume mit erhöhtem Brandrisiko (Kaminofen, Werkstatt, große Rauchmenge). Basotect-Kombination: Basotect B-s1,d0 mit Molton B1 = kombiniert B1. Zweitbeste Wahl, staubfrei und gut zu verarbeiten, aber im direkten Vergleich mit Steinwolle im Brandfall geringfügig anfälliger. Standard-Wohnzimmer-Kombination: PET-Vlies B2 mit Baumwollstoff B2 = kombiniert B2. Für normale Wohnräume ausreichend, für Kinderzimmer akzeptabel, für Räume mit erhöhtem Brandrisiko nicht empfehlenswert.

Bei Steinwolle ist die Fasersperre zwingend, egal ob im Panel oder im Superchunk: Diffusionsfolie 50 my oder ein dünnes Vlies zwischen Dämpfstoff und Bezugsstoff, damit langfristig keine Mineralfasern in die Raumluft wandern. Selbst wenn das Panel geschlossen aussieht, gibt es über die Jahre eine feine Vibration und Bewegung, die Fasern durch grobe Stoffe drückt. Wer das ernst nimmt, hat auch nach zehn Jahren noch saubere Raumluft. Wer es weglässt, findet nach fünf Jahren einen leichten grünlichen Belag auf dem Stoff und muss das Panel neu bespannen.

Was einen guten Bauplan ausmacht: die drei häufigsten Fehler

Nach Auswertung der einschlägigen DIY-Foren (recording.de, homerecording1x1.de, HiFi-Forum, Heimkinoverein.de, Musiker-Board) und der eigenen Praxis in mehreren Homestudios kristallisieren sich drei Fehler heraus, die praktisch jeder Anfänger macht.

Fehler 1: Zu dünnes Material. Der häufigste Fehler ist, dass DIY-Handwerker aus Kostengründen oder aus Optik-Erwägungen dünnere Absorber bauen (30 bis 40 mm Materialdicke) und sich hinterher wundern, dass der Raum nur wenig ruhiger klingt. 50 mm sind das absolute Minimum, 80 mm sind gut, 100 mm sind ideal für den Sprachbereich, 150 mm oder mehr braucht es für den Bass. Wer beim ersten Bau spart, baut hinterher zweimal. Fehler 2: Falscher Bezugsstoff. Der zweithäufigste Fehler, wie oben ausführlich beschrieben. Bezugsstoffe mit zu hoher Impedanz zerstören die Wirkung des Absorbers im Hochton, und man merkt es oft erst, wenn das Panel fertig hängt und das Gefühl bleibt, dass die Höhen immer noch klingeln. Fehler 3: Falsche Position im Raum. Selbst der beste Absorber wirkt nur schwach, wenn er an der falschen Stelle hängt. Für Sprachaufnahmen: Erstreflexionspunkte an den Seitenwänden ermitteln, Rückwand hinter der Sprechposition, Decke über der Sprechposition, in dieser Reihenfolge. Für HiFi: Erstreflexionspunkte für die Lautsprecher, Ecken für Bass. Für Homeoffice: die Wand hinter dem Bildschirm (dorthin geht der Sprachschall der eigenen Stimme direkt), die beiden Seitenwände, und die Decke über dem Schreibtisch. Wer Panels wahllos an die Wand hängt, wo Platz ist, schafft im besten Fall zwanzig Prozent der möglichen Wirkung.

Was hängt die Panels an die Wand: Kleber vs. Schrauben vs. Bilderhaken

Für die Wandmontage kommen drei Systeme in Frage. Die Wahl hängt davon ab, ob man in Miete wohnt (also mit Kaution rechnen muss), wie schwer das Panel ist, und ob es später wieder ab soll.

Bilderhaken oder Metallhängesystem: Der Standard für alle, die vorher nachgedacht haben. Zwei Aufhängungspunkte am oberen Rahmenende, zwei Haken in der Wand (Bilderhaken für Rigips, Nagel-Bilderhaken für Beton, spezielle Bilderaufhänger für Betonfertigwand). Der Aufhänger sollte fünf bis zehn Zentimeter Wandabstand ermöglichen, sonst geht die akustisch wertvolle Luftschicht hinter dem Absorber verloren. Kosten: 5 bis 15 Euro pro Panel, je nach System. Reversibel, mieterfreundlich, in der Regel unter der Kaution durchsetzbar. Montagekleber wie Pattex Kleben statt Bohren: Die Notlösung für Mietwohnungen mit Bohrverbot oder bei sehr leichten Panels bis 3 kg. Der Kleber hält theoretisch 120 Kilogramm pro Quadratmeter, in der Praxis für einen leichten Basotect-Absorber mehr als ausreichend, aber bei feuchter Luft oder Temperaturschwankungen kann sich der Kleber lösen (pattex.de zum Montagekleber Kleben statt Bohren). Der Nachteil: nicht mehr reversibel ohne Farbschaden, und man verliert die Möglichkeit eines Wandabstands. Direktmontage bedeutet, dass die tieffrequente Wirkung des Absorbers reduziert ist. Direktverschraubung mit Rahmenschrauben: Für alle, die in einer Eigentumswohnung leben und den Absorber in fünfzehn Jahren nicht mehr abnehmen wollen. Vier Rahmenschrauben, direkt durch den Holzrahmen in Rigips-Dübel oder in Beton-Dübel. Sehr stabil, sehr einfach, für schwerere Panels mit Steinwolle-Füllung die einzige praktikable Wahl. Wandabstand über Distanzhülsen oder kurze Holzklötzchen zwischen Rahmen und Wand.

Rechner-Vorschau: was kostet mein Panel-Set

Für den Homeoffice-Dachboden mit vier 60x120-cm-Panels und mittlerer Dicke:

MaterialoptionPreis pro PanelPreis für 4 PanelsVergleich Fertigprodukt
Basotect 80 mm + Molton79 Euro315 Euro796 bis 996 Euro (Fertig)
Basotect 50 mm + Molton60 Euro240 Euro596 bis 796 Euro (Fertig)
Steinwolle 100 mm + Molton32 Euro128 Euro596 bis 796 Euro (Fertig)
PET-Vlies 60 mm + Ditte45 Euro180 Euro596 bis 796 Euro (Fertig)
Schafwolle 50 mm + Baumwolle62 Euro248 Euro796 bis 996 Euro (Fertig)
Die Ersparnis liegt in jeder Kombination bei 60 bis 80 Prozent gegenüber dem Kauf. Für einen kompletten Raum mit vier Wandpaneelen, einem Deckensegel und zwei Bassfallen liegen die DIY-Materialkosten bei 400 bis 700 Euro. Die Fertigware für den gleichen Raum kostet 1.400 bis 2.500 Euro. Der zeitliche Aufwand für den kompletten Selbstbau liegt bei einem Wochenende, wenn Material und Werkzeug bereitliegen. Für einen gelernten Schreiner: ein halber Samstag.

Was noch dazugehört: Messung vor und nach dem Bau

Wer richtig arbeiten will, misst den Raum vor und nach der Behandlung. Das kostenlose Programm REW (Room EQ Wizard) läuft auf jedem Laptop, braucht ein kalibriertes Messmikrofon (UMIK-1 für 90 bis 130 Euro von miniDSP) und liefert eine Nachhallzeit-Analyse, eine Frequenzgang-Kurve und eine Bewertung der stehenden Wellen. Wer sich das nicht antun will, kann auch subjektiv testen: Ein Klatschen in der Raummitte klingt vor der Behandlung wie ein Nachhall, nach der Behandlung wie ein trockener kurzer Klapp. Sprechen im Zoom-Meeting klingt vor der Behandlung wie in einer Kirche, nach der Behandlung wie im Studio.

Der Schreiner aus Fürstenfeldbruck baute an einem Samstag im März vier Basotect-Panels, hängte sie am Sonntag auf, testete am Montagmorgen den ersten Zoom-Call mit dem Ingenieurbüro aus Ingolstadt. Der Kunde sagte nach zehn Minuten: "Sie haben umgezogen?" Nein, sagte der Schreiner, er habe an der Wand geschraubt. Der Kunde: "Klingt jetzt normal." Für 315 Euro Material, drei Stunden Bauzeit und einen befreiten Bürotag ist das eine der besseren Investitionen, die ein DIY-Handwerker machen kann.

Fazit: der Bauplan-Handwerker gewinnt gegen den Fertig-Käufer

Schallabsorber selber bauen ist einer der wenigen Bereiche in der Wohnraum-Akustik, in dem der DIY-Ansatz nicht nur billiger, sondern in vielen Fällen auch besser ist als das Fertigprodukt. Der Grund liegt in der Bauweise: Ein Wandabsorber ist ein rechtwinkliges Viereck aus vier Holzlatten, gefüllt mit einem Stück Dämpfstoff, umhüllt mit einem Bezugsstoff. Da ist wenig, was der Handwerker schlechter machen kann als eine Fabrik, und in der Materialwahl (dickere Basotect-Blocks, stärkere Steinwolle, größere Panels) ist er sogar oft besser, weil er auf die Standardgrößen der Massenprodukte nicht Rücksicht nehmen muss.

Die Preisersparnis liegt bei 60 bis 80 Prozent. Der Zeitaufwand ist überschaubar (ein Wochenende für einen kompletten Raum). Die technischen Anforderungen sind minimal (Akkuschrauber, Zollstock, Cuttermesser, Tacker, Handkreissäge oder Baumarkt-Zuschnitt). Der Erfolg ist messbar und hörbar, sowohl im Zoom-Meeting als auch im Wohnzimmer.

Was noch bleibt, ist die Frage, warum überhaupt jemand Fertigware kauft. Die Antwort ist zweifach: Erstens gibt es Menschen, die keine Werkzeuge besitzen und kein Interesse haben, sich welche zuzulegen. Zweitens gibt es Gestaltungsansprüche (perfekt eloxierte Aluminiumrahmen, integrierte LED-Beleuchtung, hochauflösende Fotomotive im Stoffdruck), die im Selbstbau schwer zu erreichen sind. Für alles dazwischen, also für den mit Abstand größten Teil der Anwendungsfälle, ist der Selbstbau nicht nur die günstigere, sondern die insgesamt bessere Wahl. Der Schreiner aus Fürstenfeldbruck sieht das jedenfalls so, und er hat inzwischen in seinem Bekanntenkreis vier weitere Homeoffice-Dachböden mitbebauert. Er nimmt dafür einen Kasten Bier und ein Abendessen. Das ist ehrlicher als der Aufpreis, den der Fachhandel für die gleiche Ware nimmt.

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